UND versus ODER - alles Gleichzeitig

August 26th, 2008

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Urlaub und Auszeit – Führung und Zusammenarbeit

August 4th, 2008

Zeit zu haben ist angenehm, wenn auch das Gefühl bei mir aufkommt, dass ohne Strukturierung die Zeit eine andere ist. Letzte Woche hat mich der Urlaub in der Auszeit – Kroatien mit meinem Sohn – wieder mal mehr Struktur gegeben. Dabei ist mir die Aussage eines Referenten am Kongress in Vancouver in den Sinn gekommen die ungefähr folgendes aussagte: Wesentlicher Einflussfaktor für den Umgang mit Führung und Hierarchie von jungen Mitarbeitern ist für jeden von uns die erlebte „Führung“ / „Hierarchie“ im Alter von ungefähr 10 Jahren. Da hat sich in den letzten Jahrzehnten sicher viel getan. Wenn ich daran denke welchen Mitgestaltungseinfluss ich z.B. auf den Urlaub hatte oder meine Entscheidungskompetenz als 10jähriger im Zusammenhang im elterlichen Gasthaus mitzuarbeiten oder nicht.

Wenn Kinder heute aufgefordert sind viel (mit-)zu entscheiden, werden sie das auch später beanspruchen, selbst wenn sie jetzt möglicherweise damit überfordert sind. Vielleicht sind sie es auch heute schon gewohnt mit ihren „Führungskräften“ gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Ich kann jedenfalls laufend „üben“ gemeinsam mit meinem Sohn. Sein Feedback ist mir sicher und auch seine Unbeschwertheit in der „Analyse“ – da geht es eher darum die eigenen Interessen durchzusetzen und das erfolgt auf eine sehr geschickte Art und Weise, den eigenen Vater sehr gut kennend. Ich weiß nicht, ob ich mir jetzt wünschen sollte in seiner Arbeitswelt mal sein Chef zu sein, dass der Fall eintritt ist aber eh sehr unwahrscheinlich.

Einen Artikel aus dem Standard vom letzten Wochenende finde ich empfehlenswert. Der Cisco CEO John T. Chambers gibt ein Interview zum Thema Zusammenarbeit und Führung. Er beschreibt die neuen Anforderung an Führungskräfte im Sinne des Gestaltens von „many to many“ Beziehungen anstelle der gewohnten „one to one“ oder „one to many“ Beziehungen (die viele so gewohnt sind und sich oft (nur) darin sicher fühlen). Förderung von Netzwerken, hohe Diversity in der Zusammenarbeit und Vielfältigkeit in der Gestaltung unterschiedlicher Teamarbeit sind gemeinsam mit einer Abnahme an direktem Einfluss auf den einzelnen die großen Erfolgsfaktoren der Führungsarbeit. Dazu sehenswert auf der Cisco Homepage das Video zu der von ihnen durchgeführten Studie: Collaboration: Transforming the way business works.
http://tools.cisco.com/dlls/tln/page/mp?id=160030

Wieder ein Hinweis, dass die Rolle der Führungskräfte sich massiv ändert. Die meisten Führungskräfte sehen Zusammenarbeit als absolut wichtig an und gleichzeitig sind sie oft ratlos über ihren Beitrag. In erfolgreiche Unternehmen verwenden Führungskräfte sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit zur Unterstützung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In welcher Form das erfolgen kann weckt mein Interesse und meine Anstrengungen.

Komme nicht zum Schreiben

Juli 2nd, 2008

Meine Einträge sind selten geworden. Dabei geht es mir nicht gut und ich möchte mehr schreiben, denken und mich auseinandersetzen mit dem Gehörten und Gelesenen zum Thema HR Management, Generation Y, Coaching, Menschen in Veränderungsprozessen und neue HR Herausforderungen für Führungskräfte. Anstelle dessen kämpfe ich mit meinem Leben, meiner Zukunft und Vergangenheit zu gleichen Zeit – das ist die Gegenwart. Ich nehme sie war und spür Ent-Wicklung. Es lösen sich Knoten, es entstehen Chancen, es schmerzt wie jede Veränderung die wir am eigenen Leib verspüren. Es geht um Loslassen, das Dazwischen aushalten und die Zukunft nicht zu sehr vor zu definieren, sondern sich einlassen. Ich versuche in mich zu hören, in mich zu spüren, das kostet Zeit und sehr viel Kraft, brennt mich aus. Zu dem ist das Potenzial an Ablenkungen riesen groß. Wer kennt nicht die Angst der Gegenwart, die Hast nach dem inneren Trieb: „weg von mir selbst, schnell weg“ und doch nimmt man sich selbst immer mit. Schlägt mit beiden Händen auf die Wasseroberfläche in der man steht und wundert sich nicht auf den Grund zu sehen – oder ist froh, dass es nicht gelingt sich selbst zu sehen. Krisen bieten Chancen auf (Selbst-) Reflexion um Entwicklung an der eigenen Seele, an sich selbst zu erleben. Meine Ehe bricht, meine Frau und ich trennen uns. Ich wohne seit 4 Tagen in einer neuen Wohnung.

TaO! und die Euro08

Juni 11th, 2008

Das „Nichts-tun“ beschäftigt mich derzeit ganz schön. Als kleiner „Berater-Helfer“ des Theaters am Ortweinplatz in Graz, kurz TaO! hab ich endlich auch mal Zeit dafür. Das TaO! ist ein Theater für Jugendliche von Jugendlichen. (www.TaO-graz.at). Als Preisträger 2007 für die österreichweit besten Nachwuchsschauspieler und 2008 für die beste Produktion im Jugendbereich ist das TaO! einzigartig. Als freier Verein mit großem Erfolg und wie alle Theater mit zu wenig Geld. Aber es gibt engagierte Menschen die kreativ und hoch motiviert ganz viele tolle Dinge auf die Beine stellen und viele Menschen glücklich und stolz machen.

Mir zeigt es derzeit, wie wenig ich über Sponsorensuche weiß und wie schwierig das ist. Einen privaten Sponsor mit ca. € 10.000,–/pro Jahr zu finden wäre ein „Volltreffer“, scheint aber unmöglich zu sein. Wenn ich zum Vergleich denk wie viel Geld diverse Firmen in die Euro08 stecken versteh ich die Welt nicht mehr. Es gibt einfach ganz viele Beispiele wo ganz viel Geld fließt ohne „echte“ Gegenleistung und trotzdem tun es die Leute gerne. Es ist aber total schwierig für eine wirklich gute Sache – wie Jugendtheater – Geld aufzubringen. (Wobei ich die Euro08 auch als gute Sache sehe, um keinen Irrtum aufkommen zu lassen, aber jeder von uns weiß und kennt „Dinge“ in die öffentliches und privates Geld fließt und worüber wir nur den Kopf schütteln können.) Da kommt mir schon der Gedanke wie ungerecht die Welt ist. Wirklich den Sprung in das „Kultursponsoring“ schaffe ich dabei auch nicht – ist auch nicht mein Ziel. Aber vielleicht liest das jemand der mit helfen kann – ich freu mich auf Unterstützung.

Mir tut derzeit auch gut, Zeit für andere zu haben, das TaO! ist da ein Beispiel. Ohne vollem Terminkalender genieße ich die Flexibilität Termine auch kurzfristig wahr nehmen zu können und auch mal wo einzuspringen. Wenn auch dabei das Gefühl manchmal entsteht nicht effizient zu sein. Ich bin mir aber nicht sicher ob immer voll durchgeplant effizient ist oder nur den Anschein dafür erzeugt. Kleinere Beratungsakquisitionen kann ich nicht lassen und dabei spüre auch meine Lust auf Gestaltungs- und Veränderungsprozesse in Unternehmungen. Zum Lesen und Studieren kommen ich derzeit wenig, (von meiner Yoga-Pause will ich gar nicht reden) aber es gibt viele Gespräche und Grübeleien über das Führen von jungen Talenten und das erfolgreiche Gestalten des Zusammenspiel der Generationen am Arbeitsplatz.
In dieser Zeit muss ja auch noch Zeit für Fußball bleiben, Montag kann live gemeinsam mit meinem Sohn in Klagenfurt bei Kroatien gegen Polen dabei sei, freu mich riesig drauf. (Jetzt könnte ich über Hicke und die starken Männer schreiben und meine Gedanken zum Stil des Teamchefs …. da drau ich mich aber nicht drüber, nur so viel: Ich versteh es nicht, halte die Führungsleistung für schwach und nicht nachvollziehbar. Schade finde ich, dass durch das Verhalten und die Aussgagen des Teamchefs auch meine Motivation für die Österreichische Nationalteam gering ist. Ich vermute, dass eine Führungskraft die sich gegen das Netzwerk der Einflüsterer, Mächtigen und Selbstgefälligen nicht durchsetzen kann und will, und der keine “neue Führungsleistung” bringt  wenig Chance auf Erfolg hat. Morgen werden wir mehr wissen, vielleicht rechtfertigt doch der Erfolg der Mittel, aber was tu ich dann? - Ich verspreche meine Führungs-Gedanken dazu offen zu legen.)

Zeit

Mai 25th, 2008

Was bedeutet Zeit eigentlich? Kann man(n) sie einfach laufen lassen, verbrauchen, nutzen, vergeuden, genießen oder einfach verstreichen lassen? Macht Zeit für Frauen und Männer einen Unterschied? Es gibt viele „gscheite“ Bücher über die Zeit, Zeitmessung und die Geschwindigkeit der Zeit. Nichtstun und Zeit – Verbrauch, ist alles was ich jetzt habe Frei-Zeit. Ich stell mir diese Frage angesichts der Tatsache, dass ich unzufrieden bin mit meiner aktuellen Zeitverwendung. Wenn ich darüber nachdenke wird mir schnell klar, dass ich unzufrieden mit mir bin. Was macht mich da unzufrieden und warum? Die Entscheidungen über den Verbrauch der Zeit? Die Entscheidungen über Ort und Raum? Die Nicht-Entscheidungen? Wenn ich länger nachdenke, dann fallen mir ganz viele Dinge ein die ich jetzt mit meiner Zeit anfange und die gut sind, manche auch sehr gut, finde ich. Also hat Zeit und Zeitverbrauch was mit mir zu tun, meinen Werten und meiner Einstellung zum jetzt und zu mir, meiner Zufriedenheit mit mir, irgendwie eh klar. Ich spüre immer stärker den Wunsch und Drang die Zeit im hier und jetzt zu spüren, d.h. mich zu spüren, meine Freude, Trauer, Verzweiflung, Glück in jedem Moment bewusst wahrnehmen – in dem Augenblick wo sie passiert, die Zeit, die Gefühle und die, in dieser Zeit vollbrachten Dinge oder eben nicht vollbrachten Dinge.

Je weniger Struktur da ist, umso schwieriger wird es mit der Zeit (bewusst) umzugehen, aber umso mehr Möglichkeiten ergeben sich. Gleichzeit spür ich die Zeit jetzt als kreativ, neu, unerfahren und voller Chancen. Das heißt für mich Geduld haben, zulassen, hinfühlen auf die Zeit, einlassen auf mich – so wie ich bin – jetzt bin, auf das was die Zeit jetzt mit mir macht. Vielleicht komme ich dem Innehalten, Einlassen und Nichts-tun langsam näher. Ich kann mit mir üben, kann mir sicher sein, dass was passiert, mit mir passiert, was eben passiert. Dazu gehört Angst haben vor dem Nichts-tun, neugierig sein, Einsamkeit aushalten, Unsicherheit mit mir, und Arbeit an mir als Teil der Erfahrung, jetzt.

Ich fühle die Zeit so im Kontrast zu den letzten Wochen. Ich spüre Lust mich inhaltlich, beraterisch zu beschäftigen, vor allem mit den Themen Führung von jungen Talenten, „Umgang“ mit den Veränderungen, die sich durch die Ansprüche und das Verhalten der jungen Generationen ergeben, Führen im Spannungsfeld der Generationen und Coachen von Führungskräften und Führungsteams. Leider bringe ich nur schwer die Konzentration und die Konsequenz auf mich wirklich „hinzusetzen“ – aber das kommt, so hoffe ich noch. Jetzt brauch ich mal Zeit für den Umgang mit der Zeit und damit für den Umgang mit mir. Private Veränderungen prägen auch meinen Zeit-Verbrauch jetzt, sie brauchen Energie und Geduld, eine Herausfordernde Mischung.

Back Home

Mai 7th, 2008

Mit einem vollen Rucksack an Erfahrungen, neuen Gedanken und Büchern bin ich wieder gut in Österreich gelandet. Die fast 6 Wochen sind schnell vergangen. Das Sortieren meiner Eindrücke im Umfeld von Organisationsentwicklung, Personalmanagement und Führungsarbeit ergab die ersten Stichworte:

*      Demographische Entwicklungen zeigen große Veränderungen auf (Stichwort: Alterspyramide, Zu- und Abwanderungen, Personalknappheiten)
*      Die Zusammensetzung der Arbeitskräfte (diversity) an einem Arbeitsplatz wird völlig anders aussehen (Alter, Generationen, Kulturen, Sprachen) und wird zunehmend zum Stressfaktor für alle und insbesonders für die Führungskräfte
*      Die Berücksichtigung der Bedürfnisse und „Eigenheiten“ der jungen Arbeitskräfte (Gen X, Gen Y, Gen Z) ist kritisch und hat hohen Einfluss auf den Erfolg
*      Die Aufgaben von HR werden noch stärker strategisch sein, die Ausrichtung am Businesserfolg und was das Business ausmacht hat Vorrang. Die gesamte  HR Arbeit muss viel stärker außenorientiert sein (am Kunden und Markt).
*      Wertschöpfung passiert viel öfter gemeinsam mit dem Kunden (Costumer in)
*      Talent- und Kompetenzintegration passiert viel öfter in Verbindung mit der Umwelt (Talent out)
*      Nur Teams haben wirklich eine Chance (das ist vor allem auch für Führung extrem wichtig)
*      Führung ist zentraler Erfolgsfaktor – noch viel stärker als bisher, Stichworte:Talentmanagement, Mitarbeitermanagement, Strategiemanagement
*      Globalisierung wird weiter zunehmen – insbesonders auch auf dem Personal-Mobilitäts-Sektor
*      Internet ist für die heutigen (jungen) Generationen Netzwerk und Kommunikation im Gegensatz zur Informationsquelle meiner Generation
*      Wem es gelingt, viel der heute praktizierten, unabsichtlichen Intoleranz in der gegenseitigen Begenung zu beseitigen und gleichzeitig offen für Neues zu sein, der hat Vorteile und findet sich leichter zu recht. (Kritischer und Erfolgswirksamer Umgang mit cultural deversity and integration)
*      Für die Entwicklung von Organisationen ist (Prozess-) Geschwindigkeit  und Beteiligung vieler immer wichtiger  (Speed to get to the finish line, not to the starting line)  

 
Über jeden dieser Punkte könnte ich viel schreiben und es sind auch nur jene Punkte die mir besonders in Erinnerung sind. So geht mir die „Denkarbeit“ nicht aus, viele Bücher warten gelesen zu werden und viele Gedanken wollen verschriftlich werden.
Meine Yoga Übungen will ich wieder beginnen, war jetzt sehr nachlässig und ich freu mich mein Golf Handicap zu verbessern.  

Woraus Führen lernen

Mai 3rd, 2008

Denken Sie einmal über folgende 4 „Lernfelder“ nach:

1.   Kinder
2.   Zeit zum Denken
3.   Weniger tun, (die richtigen) kleinen Dinge wichtig nehmen (Prioritäten)
4.   Sich in seiner eigenen Haut wohl fühlen 
So einfach kann Führung sein.
Manchmal liebe ich die Amerikaner / Kanadier für ihren Drang zur Klarheit und Reduziertheit. Natürlich gibt es viele andere, wichtige Dinge denen sich Führungskräfte bewusst sein müssen um ihren Job gut zu tun, mich hat diese Aussage von Sue Paish CEO of Pharmasave Drugs (National) Ltd (www.icbc.com/inside_icbc/bios/paish.asp) zum Nachdenken gebracht.

Auch hier in Vancouver hat mich das Generationen Thema begleitet. Viele sprechen davon, die Auswirkungen auf die Arbeitswelt werden immer deutlicher die Herausforderung für die Führungskräfte immer größer. So ist nach einer Statistik hier, die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Generationen einer der größten Stressauslöser. Es gab einfach noch keine Zeit in der 3 bis 6 „verschiedene Generationen“ zugleich am Arbeitsmarkt waren.

Ebenfalls bedeutend für die Zukunft wird sein, insbesondere wenn wir zu wenig Arbeitskräfte haben, wie wir es schaffen MitarbeiterInnen aktiv zu beteiligen. D.h. nicht nur ihr Kommittent zu haben sondern ihre „Contribution“, den Willen gemeinsam zu gestalten und einen Unterschied zu machen.  Wie sieht es in Ihrem Arbeitsumfeld mit den sechs Erfolgsfaktoren für Contribution aus? (Was spüren Sie, was hilft Ihnen, wozu tragen Sie bei? ….)

  • Zweck/Sinnhaftigkeit
  • Identität 
  • Beziehungen
  • Herausforderungen
  • Spiritueller Kontext (besondere Werte – dafür braucht es vielleicht mehr Erklärung)
  • Spaß
  • Die Konferenz hier in Vancouver ist zu Ende und morgen geht’s nach Hause. Fast 6 Wochen unterwegs, ganz viele Eindrücke, wenig Ruhe und zu wenig Zeit zum „Auswerten“, aber das kann ich ja in den nächsten Wochen tun.

    •  

Hongcouver

April 29th, 2008

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Ein viertel der rund 2 Mio. Einwohner von Vancouver haben asiatische Wurzeln. Wenn man von Grandville Island auf die Stadt sieht wirkt die Skyline wirklich etwas wie Hongkong. Als Hongkong an China ging beschlossen viele (geschäftstüchtige) Asiaten nach Vancouver zu gehen – ein unterentwickelter aber attraktiver Platz. (außer, dass es viel regnet und nicht wirklich warm wird hier). Derzeit ist die Stadt mit Baustellen überseht, ein Hochhausbau folgt dem anderen und mitten durch die Stadt entsteht eine neue U-Bahn – alles in Vorbereitung auf die Olympischen Winterspiele 2010.  

Vancouver hat die nach San Francisco und New York drittgrößte Chinatown außerhalb Asiens. 30 000 Menschen leben dort in der etwa vier Blocks langen und dreieinhalb Blocks breiten Stadt in der Stadt. Die Straßenschilder sind dort zweisprachig, überall sonst in der Stadt gibt es chinesische Schriftzeichen.  Bereits am Flughafen war ich überrascht über die chinesischen Beschriftungen. Um Asien zu erleben, braucht man in Vancouver eigentlich nur Bus oder Taxi. Im Vorort Richmond stellen die Asiaten bereits die Mehrheit. Die Stadt ist gerade mal 120 Jahre alt, durch Zuwanderung erfunden und besteht so aus den unterschiedlichsten Kulturen. Heute bin ich mit einem Mini-Wasser-Taxi gefahren – „The Little Blue Ferries of False Creek, operating since 1892. (www.granvilleislandferries.bc.ca)

Sehenswert und „wandernswert“ ist auch der Stanley Park ein 400 ha großer Park (eine Halbinsel nur 1 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt). Vom riesigen Wald auf der Halbinsel wurde vor einigen Jahren ein Teil vom Wind zerstört. Am Beginn wird man gleich von einigen Totem poles begrüßt, Kunstwerke aus einem Baustamm die über 200 jahre alt sind und zu ganz unterschiedlichen Zwecken hergestellt wurden.


 

Ich hab mich heute mit einem Konfliktforscher der Uni hier kurz getroffen. Er hat länger in der Schweiz gelebt und von dort aus ein ausführliches Projekt zur Wiederherstellung von Schulen in Bosnien betreut. Heute betreut er Ureinwohnerstämme hier in der Gegend beim Verhandeln ihrer Rechte mit dem Staat. Um unterschiedliche Kulturen und ihr Zusammenwirken auf engen Raum zu studieren ist das hier offensichtlich ein lohnender Platz auch für Juristen und Berater


Meine Konferenz beginnt am Mittwoch, ab dann soll das Wetter wieder besser werden.

Organizational Design

April 25th, 2008

Drei intensive Tage auf einer überschaubaren und familiären Konferenz. (www.organizationdesignforum.org). Eine Gruppe von ca. 80 Expertinnen und Experten rund um die Gestaltung von Organisationen. Einiges klang sehr bekannt einiges sehr neu. Wohin geht die Reise bei der Gestaltung von Organisationen:

1.   Co-Creation: Die Wertsteigerung (-erstellung) erfolgt mehr und mehr gemeinsam mit dem Kunden (Kunden ändern bei Onlineversicherungen viel öfter ihre Polizze und eine Versicherung bietet bereits an, alle laufenden Fahrzeugdaten (Km, Brems- Beschleunigungswerte etc. auszuwerten und dafür den Versicherungsbetrag zu reduzieren, der Aufbau der Nike community www.nike.com/nikerunning rund um dem Chip im Laufschuh hat eine Erhöhung des Marktanteils um 10% gebracht)
2.   Blue Ocean Strategies: Verbindung von Kostensenkung und Werterhöhung bei gleichzeitiger Erschließungen neuer Märkte (Cost out, Value in). Yellow tail Wein, www.yellowtailwine.com, ein ausgezeichneter und billiger Wein, der mit herkömmlichen Dingen bricht, wie z.B. dass er ohne Angabe der Jahrgangs auskommt und ein Känguru am Etikett hat. Cirque du Solei, die den Zirkus neu erfunden haben und weltweit Erfolge feiern. www.cirquedusoleil.com
3.   Geschwindigkeit: Organisationen müssen in nur weniger Wochen neu strukturiert werden. (Ich merke, dass mich dieses Feld besonders reizt, es enthält ja auch viel Arbeit mit großen Gruppen, siehe nächster Punkt)
4.   Einbeziehung des gesamten Systems: Wenn früher die Manager dachten im kleinen Kreis zu arbeiten um schneller zu entscheiden und umzusetzen, so machen sie jetzt die Erfahrung, dass je mehr sie Einbeziehen desto schneller gelingt ihnen die Umsetzung neuer Strategien und Strukturen. Dazu noch ein Buchtipp ”You Don`t Have to Do It Alone” von Dick und Emily Axelrod (meine Gastgeber in Chicago) über das die New York Times schreibt: “a complete blueprint for involving others” and “the best of the current crop of books on this topic.”
5.   Die heutigen Generationen (schon mal gehört …) verlangen nach anderen Organisationsstrukturen (Aufbau- und Ablauf). U.a. spielt hier der Einsatz von neuen technischen Mittel eine große Rolle, z.B. in der Kommunikation wo große Firmen Facebook (www.facebook.com) verwenden damit sich MitarbeiterInnen schon vor einer Großveranstaltung ein Bild machen wer dabei ist.)Es gäbe noch mehr Themen und über jedes Thema könnte ich viel schreiben. Will aber hier keine Lehrveranstaltung machen. Morgen (Freitag) geht es weiter nach Vancouver.
Jay Galbraith (www.jaygalbraith.com) war auch auf der Konferenz, ein exzellenter  Autor und Berater zum Thema Organizational Design. Seine Bücher für Interessierte: Designing Organizations, Designing the Customer-Centric Organization, Designing the Global Organization.    

Who tells the truth on Friday night?

April 21st, 2008

While riding in a Washington, DC taxi last Friday night from Proof (a cool place to eat, www.proofdc.com) to the Kennedy Center, I got the idea of a business venture. I was sitting in the backseat of a taxi and it was difficult for me to understand the driver, so Lorinda (I am so lucky to have met her in Boston) engaged in conversation with the driver and his wife. I listened intently and within a few minutes became familiar with the dialect.

We learned that only on Friday nights does the driver’s wife have a date with her husband in the taxi! We were surprised about their quality time on a Friday night. Approximately every 15 minutes they explain their relationship and many things about their life to their passengers: Hearing all the true stories about their second marriage; their age difference; the “harmony” of living together; rearing their children and grandchildren and where they buy their seafood. This made us tell the “truth” about our own lives.  This was quality entertainment; we laughed; felt great; had serious thoughts and pensive questions to think about ourselves! Everyone should be so lucky to be entertained in this way.  Now we are sad that we did not take their offer for a two hour drive, without charge, to Annapolis (the capital of Maryland) to buy and eat seafood together. (On the other hand the Sonny Rollins concert at the Kennedy Center was Jazz at its best).    

The question now is: Who did tell the truth on Friday night? And, is this a good business venture – offering taxi service on Friday nights together with deep practical thoughts on how relationships work in a way that the passengers feel comfortable and entertained (without thinking who is telling the truth)?

PS: 3 hours later we again wondered, having another taxi drive with a couple and the entertainment went on  – so this may not be a new concept; anyway, both couples got a nice tip and we continue to smile.  Many thanks to my assistant editor-Lorinda Potucek, Washington DC. She gave me two great and unforgettable days.